Neue Nationale Forschungsprogramme – wichtige Themen für die Schweizer Gesellschaft

Nationale Forschungsprogramme (NFP)
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Der Bundesrat hat den SNF beauftragt, drei Nationale Forschungsprogramme zu den Themen «Psychische Gesundheit von Jugendlichen», «Digitale Resilienz» und «Deglobalisierung und Resilienz» zu lancieren.

Die Nationalen Forschungsprogramme (NFP) leisten wissenschaftliche Beiträge zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen in der Schweiz. Im Rahmen der Programme werden unterschiedliche Forschungsprojekte auf ein gemeinsames Ziel abgestimmt und miteinander koordiniert. Die NFP sind interdisziplinär ausgerichtet und vereinen Projekte aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie den Natur- und Lebenswissenschaften. Die NFP stärken mit ihrem transdisziplinären Ansatz den Einbezug von nichtakademischen Akteurinnen und Akteuren.

Insgesamt stehen für die drei neuen NFP 17 Millionen Schweizer Franken zur Verfügung. Das Auswahlverfahren war auf kürzere NFP ausgerichtet, die enger definierte Ziele verfolgen und den strategischen Prioritäten des Bundes entsprechen.

Die Ausschreibungen für die einzelnen Projekte werden Mitte 2026 lanciert.

NFP «Psychische Gesundheit von Jugendlichen»

Im jugendlichen Alter entwickelt sich das Gehirn besonders schnell. Wenn sich psychische Probleme in dieser Lebensphase manifestieren, kann das lebenslange Auswirkungen mit gesamtgesellschaftlichen Implikationen mit sich bringen.

Jugendlichen sind täglich mit Nachrichten über Klimakatastrophen, wirtschaftliche Unsicherheiten und bewaffnete Konflikte in Europa und weltweit konfrontiert. Gleichzeitig stehen sie in einer sich rasant verändernden Welt, die zunehmend von künstlicher Intelligenz geprägt ist, auch in ihrem privaten und beruflichen Leben unter Druck. Das Zusammentreffen dieser Herausforderungen kann Ängste verstärken und ein Gefühl der Unsicherheit hervorrufen.

Das Nationale Forschungsprogramm «Psychische Gesundheit von Jugendlichen» (NFP 85) hat zum Ziel, die Entwicklung, Anpassung und Umsetzung innovativer Ansätze zu fördern, welche die psychische Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz stärken und die Prävention und Behandlung von psychischen Krankheiten bei Personen zwischen 10 und 24 Jahren verbessern. Zentrales Ziel des NFP ist es, mit den zuständigen Behörden zusammenzuarbeiten und nationale, kantonale und regionale Gegebenheiten in die Forschung und deren Anwendung zu integrieren.

NFP «Digitale Resilienz»

Die Digitalisierung unserer Gesellschaft bringt zahlreiche Vorteile mit sich, birgt aber auch Risiken. Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen nehmen zu: Spitäler kamen zum Stillstand, Ransomware-Angriffe beeinträchtigten den öffentlichen Verkehr und in öffentlichen Verwaltungen kam es zu Datenschutzverletzungen. Die Schweiz steht aufgrund ihrer besonderen Merkmale vor ganz eigenen Herausforderungen und Chancen. Das Land ist klein und weist einen hohen technologischen Entwicklungsstand auf.

Das übergeordnete Ziel des Nationalen Forschungsprogramms «Digitale Resilienz kritischer Infrastrukturen» (NFP 86) ist es, die Widerstandsfähigkeit der Schweiz gegenüber Cyberangriffen langfristig zu stärken, indem eine agile und technologisch fortschrittliche kollektive Verteidigung entwickelt wird. Konkret geht es darum, die Fähigkeit kritischer Infrastrukturen zu verbessern, digitalen Störungen standzuhalten, sich anzupassen und sich davon zu erholen. Das Programm behandelt sowohl technische als auch praktische Aspekte, indem die Sozial- und Geisteswissenschaften in das Ökosystem der Cybersicherheit integriert werden.

NFP «Deglobalisierung und Resilienz»

Nach Jahrzehnten zunehmender Vernetzung der weltweiten Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalmärkte hat sich die Globalisierung der Weltwirtschaft deutlich verlangsamt. Diese Deglobalisierung stellt insbesondere offene Märkte und den internationalen Wettbewerb auf die Probe.

Das Nationale Forschungsprogramm «Deglobalisierung und Resilienz von Lieferketten» (NFP 87) soll Lösungen vorschlagen, damit die Schweiz gewappnet ist für die Deglobalisierung und Störungen in den Lieferketten. Es geht darum, die Instrumente zu identifizieren, die einem kleinen, offenen und wirtschaftlich starken Land zur Verfügung stehen und diese bestmöglich zu nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit, den gesellschaftlichen Wohlstand und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit der Schweiz zu bewahren.