Bewusst reisen: Der SNF setzt neue Anreize für eine nachhaltige Forschung

Weniger reisen, häufiger nachhaltige Verkehrsmittel nutzen und vermehrt an Online-Sitzungen teilnehmen: Der SNF ändert sein Reglement, um neue Anreize für eine nachhaltige Forschung zu setzen.
Reisen gehören zum Forschungsalltag dazu: für Feldarbeit, Konferenzen oder die internationale Zusammenarbeit. Solche Reisen sind jedoch auch eine der Hauptemissionsquellen von CO₂ im Wissenschaftsbetrieb. Im Jahr 2023 verursachten Flugreisen im Rahmen von SNF-finanzierten Projekten mehr als 18 Kilotonnen CO₂. Mit positiven Anreizen will der SNF nachhaltigere Reiseentscheidungen fördern und den Umstieg auf klimafreundlichere Verkehrsmittel erleichtern.
Weniger reisen, mehr Alternativen
Für den SNF bedeutet nachhaltiges Reisen vor allem Reisen zu reduzieren und zu bündeln. Forschende sollen Alternativen wie die Teilnahme an Online-Sitzungen in Betracht ziehen. Sind Reisen für die Projektdurchführung essenziell, sollen möglichst nachhaltige Verkehrsmittel oder Reisevarianten gewählt werden.
Mit der Änderung des Ausführungsreglements bezüglich der Reisekosten für geförderte Projekte unterstützt der SNF nachhaltiges Reisen. Forschende werden dazu ermutigt, klimafreundlichere Reiseoptionen zu wählen und Reisen möglichst ressourcenschonend zu gestalten. Dazu gehört insbesondere die Wahl des Zuges anstelle des Flugzeugs, selbst wenn dieser für eine gleichwertige Strecke höhere Kosten verursacht. Zusätzliche Kosten für einen Nachtzug oder eine Hotelübernachtung, die durch die längere Dauer einer Zugfahrt nötig wird, können ebenfalls geltend gemacht werden. Diese Änderungen treten am 1. September 2026 in Kraft.
Der SNF legt damit Mindeststandards fest. Die Reise- oder Spesenregelemente der Hochschulen haben weiterhin vorrangig Geltung, sofern sie strengere Anforderungen stellen.
Hand in Hand mit den Hochschulen
Zahlreiche Schweizer Hochschulen haben bereits Massnahmen ergriffen, um Dienstreisen nachhaltiger zu gestalten. «Der SNF möchte eine klare Botschaft senden: Wir unterstützen die Nachhaltigkeitsziele der Schweizer Hochschulen», sagt Torsten Schwede, Präsident des Forschungsrats. «Der moderne Wissenschaftsbetrieb muss Nachhaltigkeitsaspekte einbeziehen.»
Nachhaltigkeit - weit übers Reisen hinaus
Die neuen Reiseregeln sind Teil eines umfassenden Engagements für die Nachhaltigkeit des SNF. Der SNF bekennt sich zur Agenda 2030 der UNO, dem international anerkannten Rahmenwerk für nachhaltige Entwicklung. Gleichzeitig leistet er einen Beitrag zur Strategie für nachhaltige Entwicklung 2030 des Bundes und richtet sein Handeln nach dem Netto-Null-Ziel 2050 der Schweiz aus.
Die nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt ist nicht nur ein Ziel, sondern auch ein gesetzlicher Auftrag. Der SNF unterstreicht zudem die zentrale Rolle der Forschung bei der Bewältigung der grossen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen unserer Zeit.
Mehrere Handlungsebenen
Der SNF engagiert sich auf drei Ebenen. Erstens finanziert er über sämtliche Förderinstrumente Forschung zu diversen Nachhaltigkeitsthemen. Zweitens entwickelt der SNF Ansätze und Massnahmen, um Forschende dabei zu unterstützen, ihre Projekte nachhaltiger zu gestalten. Drittens verbessert er seinen eigenen Ressourcenverbrauch kontinuierlich und systematisch.
Das Ziel ist klar: Eine Schweizer Forschung, die weiterhin stark international vernetzt ist, aber bewusster mit natürlichen, sozialen und finanziellen Ressourcen umgeht. Mit der Weiterentwicklung seiner Reglemente, seiner globalen Strategie und einer engen Zusammenarbeit mit den Hochschulen will der SNF einen Beitrag für eine zukunftsgerichtete Wissenschaft leisten.