Open Access: Geänderte Förderung von Artikeln und Büchern

Open Access to Publications - Informationen für Forschende
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Ab Januar 2027 gelten neue Open-Access-Regelungen. Der SNF finanziert weiterhin Artikel, begrenzt aber die Publikationsgebühren. Bücher unterstützt er, wenn sie auf SNF-finanzierten Projekten basieren.

Seit 2018 hat der SNF frei zugängliche Artikel und Bücher intensiv gefördert. Für wissenschaftliche Artikel übernimmt er Publikationsgebühren ohne Obergrenze, im Gegensatz zu den meisten Schweizer Hochschulen. Und Bücher fördert der SNF auch dann, wenn sie nicht das Ergebnis eines von ihm finanzierten Forschungsprojekts sind. Bei den Artikeln ist dies nicht der Fall.

Ausnahmen werden abgeschafft

Die Publikationslandschaft hat sich weiterentwickelt und die temporären Ausnahmen sind nicht länger nötig. Die Forschenden in der Schweiz verfügen über zahlreiche Möglichkeiten, ihre Publikationen frei zugänglich zu machen.

Auch aus finanziellen Gründen passt der SNF die Regelungen an. Wegen der Sparmassnahmen des Bundes konzentriert er sich auf seine Kernaufgaben. Die Open-Access-Beiträge sollen möglichst vielen Forschenden zugutekommen, die Ergebnisse ihrer vom SNF geförderten Arbeit veröffentlichen.

Bereits im Dezember 2025 hat der SNF über die Änderungen informiert. So konnten Forschende frühzeitig mit der Planung ihrer künftigen Open-Access-Publikationen beginnen. Nun geht es um die konkrete Umsetzung. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Was ändert sich bei den wissenschaftlichen Artikeln?

Im Januar 2027 führt der SNF wieder eine Obergrenze für die Kosten von Open-Access-Artikeln ein. Neu bezahlt er Publikationsgebühren (Article Processing Charges, APC) von maximal 3500 Franken. Höhere Kosten übernimmt er nicht mehr, auch nicht anteilig.

Wie viele Artikel sind von der neuen Regelung betroffen?

Die grosse Mehrheit der vom SNF geförderten Artikel ist von der Obergrenze nicht betroffen. Nur rund 20 Prozent liegen darüber. Diese verursachen jedoch erhebliche Kosten, bei Gebühren bis zu 6500 Franken pro Artikel. Der SNF erachtet solche Gebühren in der heutigen Publikationslandschaft als zu hoch. Viele Zeitschriftenverlage erbringen auch für weniger als 3500 Franken sehr gute Dienstleistungen.

Ausserdem bestehen immer mehr Möglichkeiten, Artikel ohne Publikationsgebühren für die Autorinnen und Autoren zu veröffentlichen. So können ab Herbst 2026 alle Forschenden in der Schweiz die Plattform Open Research Europe nutzen.

Gilt die Obergrenze auch für Artikel, die vor dem 1. Januar 2027 bei einem Verlag eingereicht wurden, aber erst danach publiziert werden?

Nein, die neuen Regelungen und damit auch die Obergrenze gelten erst für Artikel, die ab dem 1. Januar 2027 bei einem Verlag zur Publikation eingereicht werden.

Was ändert sich bei den Büchern?

In verschiedenen Disziplinen ist das wissenschaftliche Buch ein zentrales Format, um neue Erkenntnisse ausführlich darzulegen und herzuleiten. Dies gilt vor allem für die Geistes- und Sozialwissenschaften.

Auch ab Januar 2027 können Leitende und Mitarbeitende von SNF-finanzierten Projekten eine Open-Access-Förderung für Bücher beantragen. Die Voraussetzung: Das Buch muss ein direktes Ergebnis des Projekts sein. Für andere Bücher bezahlt der SNF keine Publikationskosten mehr, mit Ausnahme von Qualifikationsschriften (siehe unten).

Wann ist ein Buch das direkte Ergebnis eines SNF-finanzierten Projekts?

Für den direkten Projektbezug gelten mehrere Bedingungen: Die zentralen Erkenntnisse stammen aus der SNF-geförderten Forschung und werden im Buch erstmals veröffentlicht. Damit sie möglichst rasch zugänglich werden, darf das Ende der betreffenden Förderung in der Regel nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.

Welche Regelung gilt für Qualifikationsschriften?

Der SNF fördert weiterhin auch Dissertationen und Habilitationen ohne Bezug zu einem von ihm finanzierten Projekt, sofern sie an einer Schweizer Universität verteidigt und angenommen wurden.

Voraussetzung ist, dass ein Verlag die Qualifikationsschrift zu einer Monografie aufbereitet und ein unabhängiges Peer-Review des vollständigen Manuskripts organisiert. Hochschulgutachten akzeptiert der SNF nicht mehr als Nachweis der Qualitätssicherung.

Der Grund: Während die Hochschulgutachten auch die Forschungskompetenzen der Doktorierenden beurteilen, stehen bei der Begutachtung eines Buchmanuskripts andere Kriterien im Zentrum. Das externe Peer-Review stellt sicher, dass die Erkenntnisse für das Fachgebiet relevant sind und die wissenschaftliche Qualität der Publikation gegeben ist.

Welche Kosten übernimmt der SNF für ein Buch?

Ab 2027 bezahlt der SNF für das Basismodul der Buchförderung maximal 12’000 Franken, mit Zusatzmodulen gesamthaft bis zu 32’000 Franken. Ergänzend dürfen die Forschenden Fördermittel bei anderen Organisationen einwerben.

Gelten die angepassten Regelungen auch dann, wenn ein Gesuch vor dem 1. Januar 2027 beim SNF eingereicht wurde, das Buch aber erst danach erscheint?

Nein, die angepassten Regelungen gelten erst für Gesuche, die ab dem 1. Januar 2027 beim SNF eingereicht werden.