Start der sechs neuen Nationalen Forschungsschwerpunkte

Nationale Forschungsschwerpunkte (NFS)
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Die NFS stärken Innovation und wissenschaftliche Exzellenz in strategisch wichtigen Bereichen. Sie strukturieren Forschung und Nachwuchsförderung und positionieren die Schweizer Spitzenforschung international.

Die Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS) ermöglichen die Vernetzung exzellenter Forschungsgruppen aus der ganzen Schweiz, auch über verschiedene Fachbereiche hinweg. Die jetzt gestarteten NFS bauen ihre Forschungsnetzwerke in den kommenden Jahren auf. Zudem entwickeln die beteiligten Hochschulen die geförderten Bereiche strukturell weiter, indem sie beispielsweise neue Professuren, Ausbildungsprogramme oder Technologieplattformen finanzieren und so wesentlich zur nachhaltigen Stärkung der jeweiligen Forschungsgebiete beitragen. Damit sind die NFS ein zentrales Instrument, um die Schweizer Spitzenforschung und Innovationskraft langfristig zu stärken sowie internationale Sichtbarkeit zu fördern.

Welche neuen NFS starten?

Im Januar hat Bundespräsident Guy Parmelin sechs neue NFS lanciert, die der Bund langfristig unterstützen wird. Zusätzliche finanzielle und strukturelle Unterstützung erhalten die jeweiligen NFS durch ihre Heiminstitutionen, die sie über die gesamte Laufzeit von maximal 12 Jahren mittragen. Für die Durchführung ist die NFS-Leitung verantwortlich.

Die folgenden sechs NFS starten am 1. Mai ihre Forschungstätigkeit. Ausführlichere Informationen zu den einzelnen NFS finden Sie auf der SNF-Webseite (siehe Links unten).

NFS Children & Cancer

Thema: Dieser NFS will die Behandlung krebskranker Kinder verbessern und neue Therapieansätze in der Kinderonkologie entwickeln.

Heiminstitutionen: Universität Zürich, Universität Lausanne

NFS-Leitung: Prof. Jean-Pierre Bourquin, Prof. Raffaele Renella

NFS CLIM+

Thema: Im Fokus steht inter- und transdisziplinäre Forschung zu Klimaextremen und Entwicklung innovativer Lösungen zur gesellschaftlichen Anpassung an den Klimawandel

Heiminstitutionen: ETH Zürich, Universität Bern

NFS-Leitung: Prof. Sonia Seneviratne, Prof. Karin Ingold

NFS Genesis

Thema: Genesis untersucht, wie Leben auf der Erde entstanden ist und sucht nach anderem Leben im Universum

Heiminstitutionen: ETH Zürich und Universität Lausanne

NFS-Leitung: Prof. Didier Queloz, Prof. Johanna Marin-Carbonne

NFS Muoniverse

Thema: Interdisziplinäre Grundlagen- und angewandte Forschung in der Teilchenphysik, mit Fokus auf innovative Ansätze zur Nutzung von Myonen

Heiminstitutionen: PSI, Universität Zürich

NFS-Leitung: Prof. Klaus Kirsch, Prof. Marc Janoschek

NFS Precision

Thema: Umfassendes Forschungsprogramm zu Präzisionsmessungen mit Fokus auf die physikalischen Grössen Zeit und Frequenz (Quantenphysik)

Heiminstitutionen: ETH Zürich, Universität Basel

NFS-Leitung: Prof. Jonathan Home, Prof. Stefan Willitsch

NFS Separations

Thema: Die Forschenden werden neue chemische Trenntechnologien entwickeln und den Transfer dieser neuen Verfahren und Technologien in die Industrie optimieren

Heiminstitutionen: EPFL Valais Wallis

NFS-Leitung: Prof. Wendy Queen, Prof. Kumar Varoon Agrawal

Nachdem die neuen NFS ihre Arbeit aufgenommen haben, überprüft der SNF ihren Fortschritt regelmässig. Diese Begleitevaluation erfolgt unter Beizug von Begleitkomitees, die aus internationalen Expertinnen und Experten bestehen. Sie beurteilen den wissenschaftlichen Fortschritt in allen Bereichen des NFS.

Die NFS-Leitungen verfügen über eine hohe wissenschaftliche Flexibilität und können rasch auf neue Entwicklungen reagieren sowie Fördergelder bei Bedarf neu ausrichten. Auch diese dynamische Entwicklung evaluieren die Begleitkomitees regelmässig. Zudem geben sie Empfehlungen ab, wie die internationale Positionierung der jeweiligen NFS und auch ihre strukturelle Entwicklung weiter gestärkt werden können.

Umfassende Evaluation der NFS

Im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) veröffentlichte der SNF Ende 2023 die 6. Ausschreibung für Nationale Forschungsschwerpunkte.

Der SNF hat das Auswahlverfahren transparent und nach höchsten Standards durchgeführt, ist Torsten Schwede überzeugt: «Der SNF evaluierte zunächst Skizzen, die die Ziele und das Potenzial der vorgesehenen NFS aufzeigten, und anschliessend umfangreiche NFS-Gesuche. Die 75 eingereichten Skizzen wurden von internationalen Expert:innen aus unterschiedlichen Fachgebieten gemäss den Kriterien des Ausschreibungsdokuments beurteilt; alle Gesuchstellenden erhielten dazu ein Feedback. Die 38 daraus resultierenden Gesuche wurden erneut international begutachtet und durch Interviews mit den Gesuchstellenden ergänzt, um Qualität, Kohärenz und Umsetzbarkeit der Vorhaben vertieft beurteilen zu können. Basierend auf diesen Evaluationsergebnissen, erstellte der SNF die Shortlist der empfohlenen Gesuche»*.

Diese Shortlist hat der SNF im September 2025 an den Bund weitergeleitet, der seinerseits seine forschungs- und hochschulpolitische Prüfung durchgeführt hat. Ende Januar 2026 hat Bundespräsident Guy Parmelin, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), die Lancierung von sechs neuen NFS beschlossen und angekündigt.

*«NFS sind ein zentrales Instrument zur Stärkung der Schweizer Spitzenforschung». Interview erschienen am
, E2 das Newsportal des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation SBFI External Link Icon